Evaluierung

Durch Vernetzung von Erfahrungsberichten vieler Mitarbeiter werden relevante Bewertungen von Routinen, Produkten und Prozessen erfasst. An die Situation angepasste Strategien, operative Ziele und Maßnahmen für zukünftige Verbesserungen ergeben sich daraus.


Foto: Illwerke

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Projektbeispiel: Evaluierung eines technischen Großprojekts, des Pumpspeicherkraftwerks Kops II (Vorarlberger Illwerke AG)

Die Problemstellung

In einer Situation, in der die Vorarlberger Illwerke AG nach dem Bau des Pumpspeicherkraftwerks Kops II durch die Umsetzung vieler Innovationen im Know How weltweit führend ist, wollte die Vorarlberger Illwerke AG die Erfahrungen der Mitarbeiter sammeln und systematisieren.

Die Ziele

Im Projekt „Erfahrungen der Vorarlberger Illwerke AG durch das Kopswerk II“ sollte wertvolles Erfahrungswissen der beteiligten Teammitglieder und weiterer Personen so vernetzt werden, dass ihr Wissen vom Unternehmen weiter genutzt werden kann. Dabei ging es nicht primär um die Darstellung von Einzelaussagen, sondern um allgemeine Muster, die durch unterschiedliche Einzelerfahrungen belegt werden können und um Zusammenhänge zwischen den Erfahrungsmustern. Das Projekt sollte damit auch zu Empfehlungen für das Projektmanagement bei zukünftigen Bauprojekten führen. Dadurch sollte es möglich werden, in Zukunft Kosten einzusparen, Fehler zu vermeiden und die Unternehmensleistungen qualitativ zu optimieren.

Der Projektablauf

Als Datenbasis dienten 58 einstündige offene Interviews mit am Kopswerk II maßgeblich beteiligten Personen. Es waren Vertreter der Rechts- und Finanzabteilung, Planer, Verantwortliche der Bau- und Montageaufsicht, der Vorstand, vier externe Ausführende und ein Behördenvertreter.

Die verbalen Daten wurden nach GABEK-Regeln mithilfe der Software WinRelan® ausgewertet. Zuerst wurden die Texte nach Schlüsselbegriffen vernetzt, Werturteile und Kausalmeinungen wurden kodiert. Netzwerkgraphen mit Angabe der Bewertungen dienten einer Arbeitsgruppe der Illwerke AG in zwei Feedbackworkshops zur Auswahl von Schwerpunkten.

In weiterer Folge wurden die Schwerpunktthemen durch systematisch ausgewertete Textgruppen aus den Interviews erklärt. Die verbalen Daten wurden außerdem nach vorgeschlagenen Maßnahmen und vermuteten Auswirkungen durchsucht. Diese wurden tabellarisch sowie als Kausalgraphen dargestellt. In zwei Umsetzungsworkshops hat die Illwerke-Arbeitsgruppe daraus Maßnahmen zur Realisierung von Schwerpunkten, die möglichst erfolgversprechend sind, ausgewählt.

Um Reibungsverluste und Interferenzen zwischen Folgen und Nebenwirkungen unterschiedlicher Maßnahmen zu vermeiden, wurden die gewählten Maßnahmen – Schwerpunkt – Paare durch Clusteranalyse in 20 Gruppen eingeteilt. Diese Gruppen sind von einer Illwerke-Arbeitsgruppe diskutiert worden. Damit konnten Maßnahmen für zukünftige Großprojekte festgeschrieben werden.

Der Nutzen

Anhand von GABEK-Netzen, die wie Landkarten zur Orientierung in der Meinungslandschaft dienten, hat eine Arbeitsgruppe der Illwerke Schwerpunkte ausgewählt, für die aus dem Datenmaterial Ziele und Handlungsoptionen bestimmt werden konnten. So führte das Projekt auf der Grundlage unterschiedlicher Erfahrungen von Illwerke-Mitarbeitern sowohl im strategischen als auch im operativen Bereich zu Empfehlungen für das Projektmanagement bei zukünftigen Bauprojekten.

Eine spezielle Analyse der Interviewtexte im Hinblick auf vertretene ethische Grundwerte führte schließlich zur Beantwortung der Frage, was für die Vorarlberger Illwerke als „intrinsisch gut“ betrachtet wird. Dabei geht es nicht mehr darum zu erkunden, was nützlich ist, sondern darum, was von Mitarbeitern in einem idealen Sinn als „an sich gut“ aufgefasst wird, was den Zusammenhalt innerhalb der Illwerke ausmacht und ein gutes Zusammenarbeiten im Unternehmen fördert.

 

Weitere Informationen:

Video zum Bau des Kopswerkes 2

 

 

 

 

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