Im „Innovation Space“ der Fraunhofer Gesellschaft in Kaiserslautern wurde in einem Vortrag von Josef Zelger gezeigt, wie repräsentative quantitative Befragungen durch qualitative Fragen so ergänzt werden können, dass die statistischen Ergebnisse erklärt und tiefgehend verstanden werden.
Dazu wird das softwareunterstützte Verfahren GABEK® genutzt. Es dient dazu, normalsprachliche Texte in linguistische Netze zu transformieren, die nach Belieben feinkörnig oder grobkörnig analysiert werden können. Dies erlaubt Darstellungen von Bewertungen der von den befragten Personen beschriebenen Objekte, Zustände, Prozesse und Entscheidungen. Des weiteren werden deren Kausalmeinungen in Form von gerichteten Graphen wiedergegeben.
In einem Projekt der Stadt München wurde gezeigt, wie eine repräsentative statistische online-Befragung durch neun offene Fragen ergänzt wurde. Im Ergebnis der Befragung von 986 Bürger*innen von München konnten die statistischen Ergebnisse zur Tourismusakzeptanz durch qualitative Antworten erklärt werden. Aus den verbalen Basisdaten wurden konsistente Textgruppen gebildet, deren Zusammenfassungen wieder gruppiert wurden, so dass eine logisch-hierarchische Struktur von Texten einen geordneten Überblick über die Gesamtsituation bildet, wodurch ein erweitertes Verstehen der Gesamtsituation erreicht wird.
Deutsch